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Nebengeschichten aus dem Wald der Krieger

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Dieses C-Drama kommt unerwartet ... wenn man eine herkömmliche Abenteuergeschichte aus dem "Wald der Krieger" (besser bekannt als Wulin) erwartet. Denn 武林外传 (Wǔlín wàizhuàn, wörtlich eben "Nebengeschichten aus dem Wald der Krieger", besser bekannt unter dem englischen Titel "My Own Swordsman") ist komplett anders.  Aber herzerfrischend unterhaltsam, mit zahlreichen Gags, etwas Slapstick, und sogar ein wenig Lebenshilfe. Wobei es sich weder einem der klassischen Genres , noch einer bestimmten historischen Epoche zuordnen lässt.  2006 kamen die insgesamt achtzig Episoden von jeweils rund fünfzig Minuten Dauer in das chinesische Staatsfernsehen CCTV - wobei in jeder Episode meist wiederum zwei Geschichten erzählt werden. Man kann einfach nach dem Zufallsprinzip reinschauen, oder brav der vorgegebenen Reihenfolge treu bleiben. Letzteres lohnt sich, denn zahlreiche (eher nebensächliche) Handlungsstränge ziehen sich über die gesamte Serie hinweg. Worum es geht...

Di Renjie - eine biographische Skizze

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Di Renjie (狄仁傑) (630-700) war Beamter und Würdenträger sowohl in der Tang-Dynastie wie auch während der Zeit der Kaiserin Wu Zetian . Wie auch sein (historisch späterer) Amtskollege Bao Zheng war er zu Lebzeiten als gradlinig und gerecht berühmt. Und später als Held im Genre Gong'an . Wobei der Ruhm des fiktionalen Di Renjie heute mehr nachhallt als seine historischen Errungenschaften. Geboren wurde Di Renjie im Jahre 630 in der damaligen Provinz Bing (heute ein Teil der Provinz Shanxi). Das Beamtentum schien ihm in die Wiege gelegt - sowohl der Großvater Di Xiaoxu wie auch der Vater Di Zhixun erreichten schon hohe Posten. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Examen wurde ihm dann auch ein Posten in Bian (heute Kaifeng in Henan) zugeteilt. Als ihn schon bald Neider wegen unorthodoxer Methoden anschwärzten, entschied der den darauf folgenden Prozess führende Richter ... auf Beförderung. Tenor der Urteilsbegündung war, dass Di vielleicht nicht ganz korrekt handelte, es aber für das ...

Von Majestäten, Mandarinen und Magistraten

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Die Liste der alten chinesischen Ehrentitel ist lang und teilweise verwirrend, und nicht alle lassen sich in eine westliche Schablone pressen - das beginnt beim Adel, und endet bei den Beamten. In den Übersetzungen der Abenteuerliteratur oder der auf ihr basierenden Medien kommt es daher regelmäßig zu Problemen.  Die man eigentlich ignorieren kann, denn zwischen wörtlichen Übersetzungen und sinngemäßen Übertragungen kommt man nie auf eine Ideallösung.  Kaiser und Adel Die Probleme beginnen schon beim Kaiser von China selbst ... denn sein Titel war in China selbst ja niemals Kaiser, dieser Begriff ist ein westliches Hilfskonstrukt (und geht auf den Familiennamen Julius Caesars zurück). Auch das im Englischen gebräuchliche "Emperor" (also "Imperator", etwa "Befehlshaber") trifft es nicht. Denn der Mann auf dem Thron nannte sich selbst 皇帝 (Huángdì, eigentlich etwa "verehrter Vorfahr"). Was der Erfinder des Titels, Qin Shi Huang (259-210 v. Chr. - de...

Bao Zheng - eine biographische Skizze

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Er war und ist das chinesische Idealbild des "gerechten Richters" - Bao Zheng, ein hoher Beamter der Song-Dynastie , heute noch als Vorbild für eine Rechtsprechung ohne Bevorzugung oder Korruption gesehen. Und, dem Buch "Die Geschichte von treuen Helden und rechtschaffenen Kavalieren" sei es Dank, immer wieder neu belebt. Vielleicht nicht so häufig wie sein Amtskollege Di Renjie , aber so einige Serien des C-Drama hat er doch zu verantworten.  Wobei dieser strenge Mann keine literarische Fiktion ist, sondern eine historische Figur. Bao Zheng (包拯) wurde im Jahr 999 in der Provinz Anhui geboren, als Sohn eines Gelehrten und Beamten - standesmäßig zur "Mittelklasse" gehörend, aber nicht wohlhabend. Immerhin konnte man es sich leisten, den Sohn zur Schule zu schicken. Was sich langfristig lohnte: Mit 29 Jahren absolvierte Bao Zheng die oberste Klasse der Kaiserlichen Examensprüfungen, Jinshi (進士). Womit er für hohe Verwaltungsposten qualifiziert war, und promp...

Der moderne Hang zum Hanfu

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Schlendert man durch chinesische Städte mit historischer Bausubstanz, ist man also mehr oder minder auf der Touristenroute unterwegs, werden einem über kurz oder lang kostümierte Menschen meist weiblichen Geschlechts entgegenkommen. Es ist weder Karneval noch Comic-Con, diese Leute leben einfach ihren Hang zum Hanfu in aller Öffentlichkeit aus.  Hanfu? Ein Wort, das vieles bedeuten kann, und doch relativ eindeutig ist: 汉服 bedeutet schließlich nur "Kleidung der Han".  Das nun mit "chinesische Klamotten" gleichzusetzen, es wäre fatal. Denn genauer betrachtet gilt dieser Begriff eben nur für von der (dominanten) Bevölkerungsgruppe der Han getragene Kleidung. Und damit wird dann auch die historische Periode grob umgrenzt - von der grauen Vorzeit bis hin zum Ende der Ming-Dynastie. Denn es geht hier ja nicht um die schlichte Alltagskleidung der Landbevölkerung und Wanderarbeiter, sondern um die Modestile des Mittelstandes und der Oberschicht. Und die wurden mit Errichtun...

Richter Bao erhebt sich wieder

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包青天再起風雲 (wörtlich etwa "Richter Bao erhebt sich wieder" oder auch "Das Comeback des Richter Bao", engl. Titel "Judge Bao: The First Year") ist ein C-Drama aus Hong Kong mit 30 Folgen von jeweils 45 Minuten Länge, Erstsendung 2019. Zu sehen ist "Richter Bao erhebt sich wieder" am einfachsten im YouTube-Kanal von TVB Pearl (mit englischen Untertiteln ). Aber Obacht: Folge 1 ist korrekt nummeriert, ab Folge 8 stimmt es dann auch wieder, dazwischen herrscht Chaos. Unbedingt die chinesischen Nummern im Vorspann beachten! Und hat man alle Folgen hinter sich gebracht, mag man vielleicht denken: "Wäre der Richter man bloß liegen geblieben!"  Denn die an sich ganz ordentlich gemachte Serie um den Magistrat Bao Zheng hat einige tief sitzende Probleme. Bekannte Schauspieler werden in teils recht billig wirkenden Kostümen vorgeführt, und der "schwarze Bao" (er war als recht dunkelhäutig bekannt) hat ein Make-Up verpasst bekommen, das wi...

Epochal - die Dynastien und anderen Perioden des chinesischen Geschichte

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Der Kaiserbegriff ist mit China verbunden wie der Gedanken von den Dynastien, die das Land beherrschten. Kann man Ersteres noch als griffige Hilfskonstruktion sehen, ist Letzteres oft eher ein Irrtum.  Denn weder gab es bis in die Neuzeit ein gefestigtes Reich "China", noch wurde dies von schön an der Schnur aufgereihten Dynastien beherrscht. Werfen wir also gemeinsam einen Blick auf die relevantesten Herrschaftsperioden der Geschichte ... wobei wahrlich nicht jede Herrscherfamilie oder auch nur regional herrschende "Kaiser" erwähnt werden können. Xia , 2070-1600 v. Chr. - das königliche Herrscherhaus der Familie Si ist geschichtlich nicht sicher belegt, gilt deswegen als "halb legendär". Ethnisch kamen die Herrscher aus dem Volk der Huaxia ... das wiederum keines ist, sondern eine Hilfskonstruktion zur Einordnung der multikulturellen Zeit vor den Han ist. Shang , 1600-1046 v. Chr. - königliche Herrscher aus der Familie Zi. Westliche Zhou , 1046-771 v. Chr...