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Xu Xiake - eine biographische Skizze

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Wir wüssten heute bitter wenig über das Hinterland Chinas in der Ming-Dynastie , hätte es nicht einen gut situierten Abenteurer gegeben - Xu Xiake (徐霞客), 1587 in der Provinz Jiangsu geboren, gestorben 1641 in Jiangyin. Eigentlich Xu Hongzu genannt, aber dann von Freunden mit dem Namen Xiake geehrt. Was man etwa übertragen könnte als "zum Sonnenuntergang den Wolken folgend".  Ein Name, der Programm war. Denn Xu Xiake war zwar Literat, schrieb aber nicht in den hier eher wichtigen Genres der Abenteuerliteratur . Abenteuer erlebte er gewissermaßen nur "nebenher". Sein Metier war nämlich die 遊記文學 (Yóujì wénxué), die Reiseliteratur. Weit weg von den heutigen Reiseführern, in denen fast nur noch Highlights abgehakt werden. Sondern eine Sammlung von Aufzeichnungen, die der Autor auf seinen Wanderungen durch Welt niederschrieb. Beobachtungen, Essays zu lokalen Themen, Aufgeschnapptes von Einheimischen und anderen Reisenden. Was im Fall des Xu Xiake zu einem Mammutwerk w...

Südliche Archive

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南部档案 (Nánbù dǎng'àn, wörtlich "Südliche Archive", engl.Titel "Archives: The Nanyang Mystery") ist C-Drama in der Tradition des Grabräuber-Welt . Mit 33 Folgen von jeweils etwa 40 Minuten etwas länger als der Industriestandard des Erstsendungs-Jahres 2026, aber noch nicht wirklich ausufernd. Sollte man denken.  Ich wage jedoch anzumerken, dass man mindestens drei Folgen hätte einsparen können - schlicht durch Weglassung von schier endlosen Momenten, in denen die zwei männlichen Hauptdarsteller vor sich hin schmachten, in Selbstmitleid aufgehen, oder der verlorenen Unschuld nachtrauern. Wenn man es mag, okay, aber mir war das einfach zu nervig. Womit ich dann aber eigentlich schon mit den Negativa durch bin (die Sache mit den "deutschen Waffen" ist für Laien eher vernachlässigbar).  Die Inhalte sind relativ schnell zusammengefasst - Zhang Hai Lou (gespielt von Zhang Xin Cheng) und Zhang Hai Xia (Ding Yu Xi) sind Agenten der "Südlichen Archive"...

Di Renjie - ein internationales literarisches Nachleben

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Der historisch verbürgte Beamte und Würdenträger Di Renjie (狄仁傑) (630-700) diente in der Tang-Dynastie sowie der Kaiserin Wu Zetian , wurde als brillanter Denker sowie sehr diplomatischer Ratgeber bekannt. Und erarbeitete sich posthumen Ruhm als Held von international bekannten Detektivgeschichten. Wodurch der fiktionale Di heute bekannter als sein historisches Vorbild ist - und zugleich ein kurioses Beispiel von scheinbarer "kultureller Aneignung" sein könnte. Der "echte" Di Renjie ging als gerechter, kluger Mann in die Geschichte ein . Und irgendwann auch in die Geschichten. Die im alten China vor allem mündlich überliefert wurden. Aber spätestens im 19. Jahrhundert auch gesammelt, niedergeschrieben und dann gedruckt. Etwa als 武则天四大奇案 (Wǔzétiān sì dà qí àn, übersetzt "Die vier großen Fälle von Wu Zetian"). Dies war im Kern ein Buch im Genre des Gong'an , was (wie auch die eigentliche Hauptperson) im alternativen Titel deutlicher wird: 狄公案 (Di gong’an...

Von Schätzen und Geheimnissen im Dunkeln

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Eine nicht ganz in das Schema der gängigen Genres passende Variante der chinesischen Abenteuerliteratur sind die Bücher und Filme zum Thema "Grabräuber" ... oder, etwas neutraler ausgedrückt, die eine Jagd nach Erkenntnissen und/oder Reichtümern in dunklen Kammern und Gängen thematisieren. Denn sie stehen irgendwie zwischen den Welten. Und sind vielleicht gerade deswegen in den letzten Jahren immens populär geworden.  Das Grundmuster dabei ist relativ einfach: Der Protagonist und seine Crew finden einen "Lost Place", oder hören von einem Schatz, manchmal auch nur einem Geheimnis, machen sich also auf die Suche, gehen an die Erforschung, erleben dabei oft haarsträubende, lebensgefährliche Abenteuer. Antagonisten sind skrupellose Banditen, korrupte Offizielle, betrügerische Ausländer, und oft genug übernatürliche Wesen und Monstren. Und am Ende der Geschichte sind oft mehr Rätsel als zuvor offen. Auch das Personal ist oft seltsam ähnlich - der wichtigste Protagonist ...

Karl May im Jianghu

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Der deutsche Schriftsteller Karl May (1842-1912) kehrte gerne den Weltreisenden hervor und begeisterte die Jugend des Wilhelminischen Zeitalters mit seinen Abenteuern. Unterwegs selbst erlebt. Er war der edle Held, der deutsche Tugenden in den Wilden Westen und den Vorderen Orient brachte. Als "Old Shatterhand" oder "Kara Ben Nemsi". Und selbst nach China verschlug es ihn.  So zumindest die Legende.  Denn, das ist lange bekannt, der Name "Old Lügenbold" hätte besser zu dem Zuchthäusler und Serienbetrüger gepasst. Seine wilden Abenteuer hatte er in Wahrheit nie erlebt, immer nur erfunden. Und exotische Reisen (mit allem Komfort) machte er erst, als er die Phantasien darüber erfolgreich in klingende Münze verwandelt hatte.  Aber werfen wir hier doch einmal einen Blick auf Karl Mays China-Literatur. Denn die passt zum Thema des Blogs. Auch Karl May wanderte als ritterlicher Held durch China. Also als Youxia im Jianghu, oder zumindest irgendwo an seinem Rande....

Chinas Examenshölle

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Wer früher in China als Beamter etwas werden wollte, musste sich dem 科舉 (Kējǔ, übersetzt "Kaiserliche Prüfung") unterziehen. Denn nur aus den erfolgreichen Kandidaten wurden Mitarbeiter für den öffentlichen Dienst rekrutiert . Was an sich ein positiver Schritt war, denn vor Einführung dieses Examenssystems wurden die Posten schlicht dem Adel und anderen Mächtigen zugeschanzt. In der Sui-Dynastie war damit Schluss, einen Posten gab es nur für gebildete und geprüfte Leute. Und je besser das Ergebnis, desto besser die Karrierechancen. So wurde dann das absolutistisch regierte Kaiserreich China ab 606 zu einer reinen Meritokratie.  Und da die Prüfungen den wichtigsten, für viele auch den einzigen Weg zu sozialem Aufstieg und einer gesicherten Existenz darstellten, wurde Keju zum zentralen Lern- und Lebensziel der Bildungsbürger. Was allerdings viel Lernen, viel Zeit, und letztlich auch viel Geld beanspruchte.  Qualifikationsrunden Man begann mit einem Qualifikationsexamen, was in...

Nebengeschichten aus dem Wald der Krieger

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Dieses C-Drama kommt unerwartet ... wenn man eine herkömmliche Abenteuergeschichte aus dem "Wald der Krieger" (besser bekannt als Wulin) erwartet. Denn 武林外传 (Wǔlín wàizhuàn, wörtlich eben "Nebengeschichten aus dem Wald der Krieger", besser bekannt unter dem englischen Titel "My Own Swordsman") ist komplett anders.  Aber herzerfrischend unterhaltsam, mit zahlreichen Gags, etwas Slapstick, und sogar ein wenig Lebenshilfe. Wobei es sich weder einem der klassischen Genres , noch einer bestimmten historischen Epoche zuordnen lässt.  2006 kamen die insgesamt achtzig Episoden von jeweils rund fünfzig Minuten Dauer in das chinesische Staatsfernsehen CCTV - wobei in jeder Episode meist wiederum zwei Geschichten erzählt werden. Man kann einfach nach dem Zufallsprinzip reinschauen, oder brav der vorgegebenen Reihenfolge treu bleiben. Letzteres lohnt sich, denn zahlreiche (eher nebensächliche) Handlungsstränge ziehen sich über die gesamte Serie hinweg. Worum es geht...