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Es werden Posts vom September, 2026 angezeigt.

Von Schätzen und Geheimnissen im Dunkeln

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Eine nicht ganz in das Schema der gängigen Genres passende Variante der chinesischen Abenteuerliteratur sind die Bücher und Filme zum Thema "Grabräuber" ... oder, etwas neutraler ausgedrückt, die eine Jagd nach Erkenntnissen und/oder Reichtümern in dunklen Kammern und Gängen thematisieren. Denn sie stehen irgendwie zwischen den Welten. Und sind vielleicht gerade deswegen in den letzten Jahren immens populär geworden.  Das Grundmuster dabei ist relativ einfach: Der Protagonist und seine Crew finden einen "Lost Place", oder hören von einem Schatz, manchmal auch nur einem Geheimnis, machen sich also auf die Suche, gehen an die Erforschung, erleben dabei oft haarsträubende, lebensgefährliche Abenteuer. Antagonisten sind skrupellose Banditen, korrupte Offizielle, betrügerische Ausländer, und oft genug übernatürliche Wesen und Monstren. Und am Ende der Geschichte sind oft mehr Rätsel als zuvor offen. Auch das Personal ist oft seltsam ähnlich - der wichtigste Protagonist ...

Karl May im Jianghu

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Der deutsche Schriftsteller Karl May (1842-1912) kehrte gerne den Weltreisenden hervor und begeisterte die Jugend des Wilhelminischen Zeitalters mit seinen Abenteuern. Unterwegs selbst erlebt. Er war der edle Held, der deutsche Tugenden in den Wilden Westen und den Vorderen Orient brachte. Als "Old Shatterhand" oder "Kara Ben Nemsi". Und selbst nach China verschlug es ihn.  So zumindest die Legende.  Denn, das ist lange bekannt, der Name "Old Lügenbold" hätte besser zu dem Zuchthäusler und Serienbetrüger gepasst. Seine wilden Abenteuer hatte er in Wahrheit nie erlebt, immer nur erfunden. Und exotische Reisen (mit allem Komfort) machte er erst, als er die Phantasien darüber erfolgreich in klingende Münze verwandelt hatte.  Aber werfen wir hier doch einmal einen Blick auf Karl Mays China-Literatur. Denn die passt zum Thema des Blogs. Auch Karl May wanderte als ritterlicher Held durch China. Also als Youxia im Jianghu, oder zumindest irgendwo an seinem Rande....

Chinas Examenshölle

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Wer früher in China als Beamter etwas werden wollte, musste sich dem 科舉 (Kējǔ, übersetzt "Kaiserliche Prüfung") unterziehen. Denn nur aus den erfolgreichen Kandidaten wurden Mitarbeiter für den öffentlichen Dienst rekrutiert . Was an sich ein positiver Schritt war, denn vor Einführung dieses Examenssystems wurden die Posten schlicht dem Adel und anderen Mächtigen zugeschanzt. In der Sui-Dynastie war damit Schluss, einen Posten gab es nur für gebildete und geprüfte Leute. Und je besser das Ergebnis, desto besser die Karrierechancen. So wurde dann das absolutistisch regierte Kaiserreich China ab 606 zu einer reinen Meritokratie.  Und da die Prüfungen den wichtigsten, für viele auch den einzigen Weg zu sozialem Aufstieg und einer gesicherten Existenz darstellten, wurde Keju zum zentralen Lern- und Lebensziel der Bildungsbürger. Was allerdings viel Lernen, viel Zeit, und letztlich auch viel Geld beanspruchte.  Qualifikationsrunden Man begann mit einem Qualifikationsexamen, was in...

Nebengeschichten aus dem Wald der Krieger

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Dieses C-Drama kommt unerwartet ... wenn man eine herkömmliche Abenteuergeschichte aus dem "Wald der Krieger" (besser bekannt als Wulin) erwartet. Denn 武林外传 (Wǔlín wàizhuàn, wörtlich eben "Nebengeschichten aus dem Wald der Krieger", besser bekannt unter dem englischen Titel "My Own Swordsman") ist komplett anders.  Aber herzerfrischend unterhaltsam, mit zahlreichen Gags, etwas Slapstick, und sogar ein wenig Lebenshilfe. Wobei es sich weder einem der klassischen Genres , noch einer bestimmten historischen Epoche zuordnen lässt.  2006 kamen die insgesamt achtzig Episoden von jeweils rund fünfzig Minuten Dauer in das chinesische Staatsfernsehen CCTV - wobei in jeder Episode meist wiederum zwei Geschichten erzählt werden. Man kann einfach nach dem Zufallsprinzip reinschauen, oder brav der vorgegebenen Reihenfolge treu bleiben. Letzteres lohnt sich, denn zahlreiche (eher nebensächliche) Handlungsstränge ziehen sich über die gesamte Serie hinweg. Worum es geht...

Di Renjie - eine biographische Skizze

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Di Renjie (狄仁傑) (630-700) war Beamter und Würdenträger sowohl in der Tang-Dynastie wie auch während der Zeit der Kaiserin Wu Zetian . Wie auch sein (historisch späterer) Amtskollege Bao Zheng war er zu Lebzeiten als gradlinig und gerecht berühmt. Und später als Held im Genre Gong'an . Wobei der Ruhm des fiktionalen Di Renjie heute mehr nachhallt als seine historischen Errungenschaften. Geboren wurde Di Renjie im Jahre 630 in der damaligen Provinz Bing (heute ein Teil der Provinz Shanxi). Das Beamtentum schien ihm in die Wiege gelegt - sowohl der Großvater Di Xiaoxu wie auch der Vater Di Zhixun erreichten schon hohe Posten. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Examen wurde ihm dann auch ein Posten in Bian (heute Kaifeng in Henan) zugeteilt. Als ihn schon bald Neider wegen unorthodoxer Methoden anschwärzten, entschied der den darauf folgenden Prozess führende Richter ... auf Beförderung. Tenor der Urteilsbegündung war, dass Di vielleicht nicht ganz korrekt handelte, es aber für das...